Eine kognitive Dysphasie ist – anders als eine Aphasie – keine reine Sprachstörung. Das Sprachvermögen ist hier eingeschränkt, weil andere Denkfunktionen nachlassen. Dazu gehören zum Beispiel Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder die Fähigkeit, Handlungen zu planen.
Kognitive Dysphasien treten häufig im Rahmen von demenziellen Erkrankungen auf. Es gibt viele verschiedene Formen von Demenz. Manche entwickeln sich langsam und fortschreitend, andere können sich sogar wieder bessern. Welche Form vorliegt, muss immer ärztlich geklärt werden.
Bei einer kognitiven Dysphasie liegt der Schwerpunkt der Behandlung oft nicht auf einer klassischen Verbesserung der Sprache. Stattdessen geht es vor allem darum:
Trotzdem ist Therapie sehr wichtig. Durch gezielte Übungen können Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Orientierung unterstützt werden – und damit auch die sprachlichen Fähigkeiten.
Menschen mit dem Verdacht auf eine kognitive Dysphasie sollten möglichst in einer Memory Clinic vorgestellt werden. Dort arbeiten Fachärzt*innen und Therapeut*innen zusammen, um herauszufinden:
Nur mit dieser Diagnose kann eine logopädische Therapie gezielt geplant werden.
Manchmal können Symptome auch durch andere, reversible Ursachen entstehen – zum Beispiel Stoffwechselstörungen, Infektionen oder Nebenwirkungen von Medikamenten.
Deshalb gehört immer eine gründliche medizinische Untersuchung dazu.
Im fortgeschrittenen Stadium einer demenziellen Erkrankung kann es passieren, dass eine Therapie nicht mehr möglich ist. Zum Beispiel wenn:
• keine sichere Kontaktaufnahme mehr gelingt
• starke Ängste auftreten
• Betroffene wiederholt ablehnend oder aggressiv reagieren
In solchen Situationen stehen dann vor allem Angehörigenberatung und Unterstützung im Umgang mit der Erkrankung im Vordergrund.
Im Verlauf vieler demenzieller Erkrankungen treten häufig auch Schluckstörungen (Dysphagie) auf.
Auch hierfür gibt es logopädische Behandlungsmöglichkeiten. Wir beraten Sie gern individuell, welche Unterstützung sinnvoll ist.