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SEV-SES – Late Talker

Late Talker, Sprachentwicklungsverzögerung und Sprachentwicklungsstörung

Diese drei Begriffe klingen sehr ähnlich und sorgen oft für Verunsicherung. Sie beschreiben jedoch unterschiedliche Situationen in der kindlichen Sprachentwicklung.

Welche Bezeichnung zutrifft, kann erst nach einer logopädischen Diagnostik sicher beurteilt werden.
Hier geben wir Ihnen einen verständlichen Überblick.

Wie entwickelt sich Sprache normalerweise?

Kinder lernen Sprache Schritt für Schritt.

1. Der erste Wortschatz

Zunächst bauen Kinder einen Wortschatz von etwa 50 Wörtern auf. Das sind meist alltägliche Wörter wie:

  • Mama
  • Papa
  • Ball
  • Auto

Sobald diese ca. 50 Wörter erreicht sind, beginnt oft der sogenannte Wortschatzspurt. Das bedeutet: Kinder lernen plötzlich sehr schnell neue Wörter und nutzen sie schon nach kurzer Zeit selbst.

2. Der Lauterwerb

Beim Erlernen der Aussprache machen Kinder ganz normale „Fehler“.
Zum Beispiel:

  • „Tuh“ statt Kuh
  • „Nane“ statt Banane
  • „Fasse“ statt Flasche

Das ist völlig normal und gehört zur Sprachentwicklung dazu.

Wichtig ist: Es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse, bis zu welchem Alter bestimmte Aussprachemuster noch normal sind – und ab wann Unterstützung sinnvoll wird.

Was ist ein Late Talker?

Von einem Late Talker spricht man, wenn ein Kind:

  • mit 2 Jahren
  • weniger als 50 Wörter spricht

Viele dieser Kinder holen in der Sprachentwicklung später wieder auf.

In der logopädischen Beratung geht es hier oft vor allem um:

  • Unterstützung der Eltern
  • Verbesserung des sprachlichen Inputs im Alltag
  • kleine Veränderungen im täglichen Umgang mit Sprache

Mit einfachen Mitteln kann die Kommunikation häufig deutlich verbessert werden.

Was ist eine Sprachentwicklungsverzögerung?

Eine Sprachentwicklungsverzögerung liegt vor, wenn ein Kind Lautmuster benutzt, die für sein Alter eigentlich schon verschwunden sein sollten.

Beispiel:

  • Ein 3-jähriges Kind darf noch „Tuh“ statt Kuh sagen.
  • Ein 4½-jähriges Kind jedoch sollte die Laute k und g normalerweise beherrschen

In diesem Fall ist eine logopädische Abklärung sinnvoll.

Wichtig zu wissen:

Ein Lispeln (Sigmatismus) muss bis etwa zum 6. Geburtstag nicht zwingend behandelt werden.
Ob eine frühere Therapie sinnvoll ist, hängt vom Einzelfall ab.

Was ist eine Sprachentwicklungsstörung?

Eine Sprachentwicklungsstörung liegt vor, wenn ein Kind Lautveränderungen zeigt, die nicht zur normalen Sprachentwicklung gehören.

Beispiele:

  • „Kier“ statt Tier
  • „Gall“ statt Ball

Diese Veränderungen sind in jedem Alter behandlungsbedürftig. Bei sehr jungen Kindern steht dabei oft zunächst die Elternberatung im Vordergrund, da nicht jedes Kind sofort aktiv von einer Therapie profitieren kann.

Warum die Mitarbeit zu Hause so wichtig ist

Allen Formen ist gemeinsam:

Ohne Üben im Alltag geht es nicht!

Ein Termin pro Woche mit 45 Minuten Therapie reicht allein nicht aus, wenn die gelernten Inhalte zu Hause nicht angewandt werden.

Deshalb ist es uns besonders wichtig:

  • Eltern einzubeziehen
  • Zusammenhänge verständlich zu erklären
  • gemeinsam an einem Strang zu ziehen

Zum Schluss: Eine beruhigende Nachricht

Die gute Nachricht ist:

Die meisten kindlichen Sprachauffälligkeiten lassen sich sehr gut behandeln.

Wichtig ist nur, nicht zu lange zu warten – vor allem nicht bis kurz vor der Einschulung.

  • Ein Lispeln ist in diesem Alter oft gut behandelbar
  • Bestehen jedoch noch weitere Lautprobleme, braucht das Kind ausreichend Zeit zur Entwicklung

Idealerweise sollten sprachliche Auffälligkeiten vor Schuleintritt weitgehend abgeschlossen sein, damit Kinder unnötige Aufmerksamkeit oder Unsicherheiten vermeiden können.

Wir helfen Ihnen weiter!

Zögern Sie nicht uns anzurufen oder zu schreiben und nach einem Termin zu fragen, egal ob zu Hause oder in einer unserer Praxen. Wir tun unser Bestes eine Möglichkeit für Sie zu finden.