Die Sprechapraxie ist eine Störung, die weder ganz zur Sprache noch ganz zum Sprechen gehört.
Sie betrifft nicht die Muskeln selbst, sondern die Planung der Sprechbewegungen im Gehirn.
Das bedeutet: Die Muskeln für Lippen, Zunge oder Kiefer sind stark genug und funktionieren eigentlich – aber das Gehirn kann nicht zuverlässig planen, wie diese Bewegungen ausgeführt werden sollen.
Die Sprechapraxie ist eine Störung der willkürlichen Sprechbewegungen. Das klingt kompliziert, zeigt sich aber sehr deutlich im Verhalten:
Einfache automatische Äußerungen funktionieren – bewusstes Sprechen nicht.
Ein Beispiel:
Ein Mensch mit Sprechapraxie stößt sich den Fuß. Ganz automatisch ruft er: „Aua!“ Wenn man ihn jedoch bittet, „Aua“ bewusst zu wiederholen, ist dies oft nicht möglich – oder das Wort klingt völlig verändert.
Das liegt daran, dass automatisierte Abläufe (wie „Aua“, Zählen oder das ABC) vom Gehirn als feste Muster gespeichert sind und nicht neu geplant werden müssen. Bewusstes Sprechen hingegen erfordert Planung – und genau hier liegt das Problem.
Es gibt auch andere Formen der Apraxie:
Hier sind willkürliche Bewegungen im Gesicht gestört. Beispiel:
Bei dieser Form können alltägliche Handlungsabläufe nicht mehr richtig ausgeführt werden. Der betroffene Mensch ist z.B. nicht in der Lage einen Brief zu versenden oder etwas zu kochen, weil die dafür notwendige Planung der Handlungen nicht gelingt. Sie gehört in den Bereich der Ergotherapie.
Menschen mit Apraxie haben vor allem dann Schwierigkeiten, wenn sie etwas absichtlich ausführen sollen. Daher gilt:
Zu viel Druck verschlechtert die Leistung zusätzlich und sorgt für Frust bei Betroffenen und Angehörigen. Betroffene machen sich oft schon selbst genug Druck – Unterstützung, Geduld und Verständnis sind daher besonders wichtig.
Genau mit diesen Werten können wir Ihnen zur Seite stehen, sollten Sie oder eine Person aus Ihrem Umfeld unter einer Sprechapraxie leiden.