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Myofunktionelle Störung – Sigmatismus – Schetismus

Sigmatismus, Schetismus und myofunktionelle Störungen

Wenn Sie einen dieser Begriffe in einer Verordnung oder in einem Bericht lesen, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Die Begriffe klingen kompliziert – meist steckt aber etwas sehr Alltägliches dahinter.

Was ist ein Sigmatismus?

Sigmatismus ist der Fachbegriff für das, was man umgangssprachlich „Lispeln“ nennt. Dabei wird der Laut „s“ nicht ganz korrekt gebildet. Es gibt verschiedene Formen:

Sigmatismus addentalis

Die Zunge liegt beim „s“ an den Zähnen an. Der Laut klingt dadurch oft dumpf oder unscharf.

Sigmatismus interdentalis

Die Zunge schiebt sich zwischen die Schneidezähne. Das „s“ klingt häufig breit oder sehr weich.

Sigmatismus lateralis (selten)

Die Luft entweicht beim Sprechen seitlich an der Zunge vorbei. Der Laut klingt dann manchmal „schlürfend“.

Was ist ein Schetismus?

Beim Schetismus ist der Laut „sch“ betroffen. Am häufigsten tritt ein Schetismus lateralis auf – auch hier strömt die Luft seitlich an der Zunge vorbei.

Was hat das mit einer myofunktionellen Störung zu tun?

Sigmatismus und Schetismus hängen häufig mit einer myofunktionellen Störung zusammen. Das bedeutet: Die Muskeln im Mund- und Gesichtsbereich (vor allem die Zunge) arbeiten nicht optimal zusammen.

Meist geht es dabei nicht um eine Erkrankung, sondern um:

  • zu wenig Kraft in der Zunge
  • falsch erlernte Bewegungsmuster

Warum ist die Zungenfunktion so wichtig?

Die Zunge ist ein sehr kräftiger Muskel. Beim richtigen Schlucken drückt sie nach oben an den Gaumen.

Bei einem falschen Schluckmuster drückt die Zunge jedoch nach vorne gegen die Schneidezähne.
Das kann langfristig zu:

  • Zahnfehlstellungen
  • einem zu schmalen Oberkiefer

führen.

Wann fallen diese Störungen auf?

Sigmatismus und Schetismus werden häufig im Kindesalter bemerkt. Wichtig zu wissen: Kinder dürfen das „s“ bis etwa zum 6. Lebensjahr noch „falsch“ sprechen.
Eine Therapie ist davor nur selten notwendig.

Mögliche Ursachen im Kindesalter

Es gibt verschiedene Gründe, warum sich solche Muster entwickeln können:

Flaschenernährung im Säuglingsalter

Kinder, die überwiegend mit der Flasche gefüttert wurden, haben manchmal:

  • weniger Muskelspannung im Mundbereich
  • ungünstige Saug- und Schluckmuster

Häufige Infekte im Kleinkindalter

Bei Erkältungen kommt es oft zu Flüssigkeit im Mittelohr.
Kinder hören dann schlechter – vor allem hohe Laute wie „s“ und „sch“.

Wenn ein Kind den Unterschied nicht gut hört, merkt es auch nicht, dass es den Laut anders bildet als sein Umfeld.

Myofunktionelle Störung ohne Begleitsymptome

Nicht jede myofunktionelle Störung führt automatisch zu Ausspracheproblemen.

Manche Kinder sprechen völlig unauffällig, haben aber:

  • ein falsches Schluckmuster
  • eine zu geringe Muskelspannung im Mundbereich

Auch hier kann eine logopädische Therapie sinnvoll sein – besonders in Zusammenarbeit mit der Kieferorthopädie. So lässt sich verhindern, dass sich Zähne nach einer Korrektur wieder verschieben.

Wir beraten Sie gern

Wenn Sie unsicher sind oder Fragen haben, sprechen Sie uns gern an.
Wir schauen gemeinsam:

  • ob eine Behandlung sinnvoll ist
  • wann der richtige Zeitpunkt ist
  • und welche Therapie Ihrem Kind oder Ihnen helfen kann

Wir helfen Ihnen weiter!

Zögern Sie nicht uns anzurufen oder zu schreiben und nach einem Termin zu fragen, egal ob zu Hause oder in einer unserer Praxen. Wir tun unser Bestes eine Möglichkeit für Sie zu finden.